Weisse Rebsorten

Riesling

Von allen Reben stellt der Riesling die wertvollste Rebsorte dar. Trotz seiner späten Reife hat er die größte Verbreitung in den nördlichen Weinanbaugebieten Deutschlands gefunden.
Kennzeichen der Rieslingweine ist ihre feine Rasse und Eleganz, ihr unübertreffliches, an Pfirsiche erinnerndes Bukett. Nicht ein hoher Alkoholgehalt begründet den Ruhm des Rieslings, sondern die feine, rassige, fruchtige Art. Diese Merkmale werden durch späte Reife und späte Lese ausgelöst. Der Riesling bringt in mittleren Jahren einen anregenden, rassigen Tischwein, in guten Jahren einen sehr harmonischen, immer eleganten blumigen Wein und in großen Jahren und guten Lagen einen der weißen Spitzenweine, edel und bukettreich, hervor. Durch die Fruchtsäure erhält der Rieslingwein Frische und Rasse mit einem Geschmack, der ganz zart an bittere Mandeln erinnert.

Müller-Thurgau

Lange Jahre mußte der Müller-Thurgau in Deutschlad um seine Anerkenung ringen. Heute stellt er eine der wichtigsten Rebsorten Deutschlands dar. Der Name Müller-Thurgau stammt von seinem Züchter, einem schweizer Prof. Dr. H. Müller aus dem Thurgau. Bei der Rebe handelt es sich um eine Kreuzung zwischen Riesling x Madeleine royal.
Der Müller-Thurgau ist in erster Linie eine Sorte für Qualitätswein. Durch Ertragsbegrenzung und gestaffelte Lese wird nicht selten die Spätlesestufe und sogar Auslese erreicht. Der Wein weißt die Milde des Silvaners mit der Blume des Rieslings auf. Insgesamt ist der Müller-Thurgau ein weicher Wein mit schönem, nicht zu breiten Muskatton und leichter Säure. Die Weine schmecken jung am besten, die Lagerzeit sollte drei Jahre nicht überschreiten.

Grauer Burgunder (Ruländer)

Der Graue Burgunder zählt zu den besten Sorten unseres heimischen Rebenbestandes, dessen wuchtige, feurige Weine mit dm vollen Bukett eine besondere Kostbarkeit darstellen. Die Heimat der Rebensorte dürfte im Burgund zu suchen sein, wo sie unter der Bezeichnung Pinot Gris zu finden sind, in Deutschland wurde sie von einem Kaufmann namens Johann Seger Ruland aus Speyer weit verbreitet und daher auch als Ruländer benannt. In Italien als Pinot grigio bezeichnet.
Der Wein hat ein sortentypisches, volles Bukett und erinnert an Apfel- oder Birnenaromen. Dieser extraktreiche Wein besticht durch seinen wuchtigen und voluminösen Körper, der meist durch einen erhöhen Alkoholgehalt geprägt ist.
In Baden ist er die Spitzensorte.

Weißer Burgunder

Die Verbreitung des Weißen Burgunders in Deutschland beschränkt sich zu gleichen Teilen auf Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Innerhalb dieser Länder in Baden und der Rheinpfalz. Den höchsten Anbauwert besitzt die Sorte in Baden, wo ihre Weine in den Gebietscharakter passen.
Hauptanbaugebiet des Weißen Burgunders, des Pinot Blanc und seiner bedeutensten Spielart, des Chardonnay, ist Frankreich, wo man ihn als den französichen Riesling ansehen kann. In Italien als Pinot bianco bezeichnet.
Der Wein ist zart, leicht und fein aromatisch. Er zeichnet sich durch seine Eleganz in Säure und Duft aus.

Chardonnay

Der Name und die Urheimat ist das Dorf Chardonnay bei Mâcon im Burgund. Chardonnay bedeutet übersetzt "Ort voller Disteln". Auch als Pinot Chardonnay bezeichnet. In der Farbe zart strohgelb. Ein weicher, cremiger, schmelziger Wein, der im Bukett an Vanille, Karamel, Haselnuß mit der Frische von Limetten erinnert.

Gewürztraminer

Eine typische Sorte der nördlichen Weinanbaugebiete ist der Traminer. Er gehört zu den qualitativ besten Sorten unserer Heimat. Sein Anteil an der deutschen Rebfläche ist zwar bescheiden, es gibt aber selten ein Weingut, das auf Qualität Wert legt, ohne Gewürztraminer im Programm. Er kann als eine Spezialsorte zur Gewinnung von Spitzenweinen angesehen werden. Der Hauptanteil der Anbaugebiete liegt in der Rheinpfalz und in Baden.
Der Wein zeichnet sich durch eine würzige, an Rosen- und Nelkenduft erinnernde Art aus. Sie haben im Bukett viel Spiel und, wenn sie trocken ausgebaut werden, auch Rasse. Gewürztraminer mit 90° Oechsle und mehr zeichnen sich darüber hinaus durch Fülle aus und gehören dann zu den besten Spitzengewächsen unter den Weißweinen.
Der Traminer bringt seinen gewürzten, vollblumigen Geschmack nicht unter allen Verhältnissen in gleicher Stärke hervor. Auch die Höhe des Ertrages spielt eine Rolle, weil das Bukett mit steigendem Ertrag abnimmt.
Trotz der kleinen Anbaufläche und der Selektion bei der Traubenlese, zählt er gerade deswegen zu den edelsten Sorten und hat einen fest fundierten Anbauwert. Eine repräsentative Weinprobe ohne einen Gewürztraminer ist fast undenkbar.

Rote Rebsorten

Blauer Spätburgunder

Der Burgunder zählt zu den ältesten Kulturreben der Menschheit. Der Anbau des Spätburgunders im Burgung kann bis in das 4. Jahrhundert zurückverfolgt werden.
So wie der Riesling unter den Weißweinen, nimmt der Blaue Spätburgunder unter den Rotweinsorten die oberste Qualitätsstufe ein. In den nördlichen Weinbaugebieten Europas werden die edelsten Rotweine aus ihm gewonnen. Der Hauptanteil der Anbaufläche in Deutschland befindet sich in Baden und Württemberg. In Frankreich wird der Wein mit dem Synonym Pinot Noir bezeichnet, in Italien als Pinot negro.
Der Wein ist vollmundig, samtig, mit einem feinen, an Bittermandel erinnernden Aroma (Burgunderton), körperreich und alkoholreich.
Sein weiches, volles Bukett duftet nach roten Beerenfrüchten und sein fein fruchtiges Aroma läßt seine Kraft und Fülle im Mund erkennen. In Frankreich gehört zum Burgunderwein ein angenhemer Gerbstoffton, in Deutschland wird versucht, die Weine gerbstoffarm herzustellen.

Auch Spätburgunder-Weißherbste sind als Wein sehr beliebt. Sie werden aus weiß gekelterten Spätburgundertrauben ab Qualitätsstufe QbA gewonnen, die nicht auf der Maische vergoren wurden. Die Weine sind hellrot-rosa, frisch, mit etwas mehr Säure. Die Bezeichnung Weißherbst ist nur in den Anbaugebieten Baden, Württemberg, Franken, Rheingau, Lahr, Rheinpflaz und Rheinhessen erlaubt und unterliegt bestimmten gesetzlichen Bestimmungen.
Gesetzlich nur für Baden zugelassen ist die Weinbezeichnung Badisch Rotgold. Es handelt sich dabei um keine Rebsorte, sondern um eine Weinbezeichnung der Weinart "Rotling" (aus gemeinsamer Kelterung von roten und weißen Trauben gewonnener Wein), die aus einer Trauben- oder Maischemischung von Grauburgunder und Spätburgunder gewonnen wird. Der Wein ist lachsfarben. Ein Rosé bezeichnet einen Wein, der aus hell gekelterten Rotweintrauben mehrer Sorten gewonnen wurde.

Blauer Portugieser

Unter den Rotweinen liefert der Portugieser die Konsumqualitäten. In guten Jahren vermag er uns auch tiefdunkle Weine mit Burgundercharakter von guter Qualität zu schenken. Seine reiche Fruchtbarkeit und Anspruchslosigkeit hinsichtlich Lage und Boden haben ihm einen festen Platz in unseren Weinbergen erhalten. Deutschland verfügt über den größten Portugieseranbau, wobei die Haupanbaufläche auf Rheinland-Pfalz fällt.
Es ist ein milder Wein, der sich durch seinen Frucht- und einen leichten Burgunderton auszeichnet.

Blauer Limberger (Lemberger)

Wer einen Rotwein sucht, der die Eigenschaften des edlen Burgunders aufweist und zugleich leicht wie ein Portugieser sein soll, der muß zu einem Lemberger greifen.
Der Wein hat eine rassige, fein fruchtige Art, ist charaktervoll und körperhaft und meist gut gedeckt mit einem dezentem Gerbstoffgehalt. Qualitativ steht der Wein in der Mitte zwischen Spätburgunder und Portugieser. Er weist eine langsame Reife zu kräftigem, körperreichen, nachhaltigen Wein auf; gut geeignet für lange Lagerung.

Dornfelder

Hierbei handelt es sich um eine sehr junge Rebsorte, eine Kreuzung aus Helfensteiner x Heroldrebe. Ihre Herkunft ist die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau und Obstbau in Weinsberg. Die Eintragung in die Sortenliste erfolgte 1980, klassifiziert 1981.
Der Dornfelder ist eine der bekanntesten Neuzüchtungen. Der Vorteil liegt im hohen Ertrag und einem farbstoffreichen angenehmen Wein. Dunkelrot mit duftigem Geruch, fruchtig und körperreich, nachhaltig, milde bis rassige Säure. Ein insgesamt ansprechender Rotwein.

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